Dienstag, Juni 27, 2017

WIndelfrei

Geben Sie es zu, Sie haben dieses Jahr im Juni vermisst, wie ich gefühlt dreimal die Woche drüber schreibe, wie toll das Radfahren ist*, wie weit ich gefahren bin**, wie krass es gewittert hat***, wie doof ich mich verfahren habe****, wie heiss es zum Radfahren ist*****, wo ich überall dagegengefahren bin, wie ungeschickt ich mich verletzt habe******, das liegt aber auch daran, dass wir ja dieses Jahr bei #biketowork nicht dabei sind und ich einfach radle und nicht jeden Tag eine Statistik erfassen muss.
Dafür habe ich dieses Jahr aber aufgerüstet: nicht nur habe ich hinten jetzt einen superdicken, glasscherbenresistenten Reifen aufgezogen bekommen, nachdem ich ihn in Vatertagsbierflaschenscherben geschnetzelt hatte, nein, ich habe auch das "Ich habe so irre viel zum Mitnehmen, wo tue ich das hin?"-Problem gelöst. Bisher hatte ich nämlich mein Laptop in den Laptop-Rucksack getan, die Wechselkleider in eine Stofftasche und die in den Lenkerkorb und je nachdem den Laptoprucksack dazu, weil ich HASSE Radeln mit Rucksack wegen Rückenschweiss. Im Radlkorb war das Laptop aber auch nicht wirklich gut aufgehoben, weil wenn man es fest stopft, dann heisst es irgendwann bei der IT wieder: "Oh, da hatten Sie aber physikalische Einwirkung aufs Display!", wenn der Rucksack aber locker drinsteht, dann ist die Gefahr für "physikalische Einwirkung" noch höher, weil es schon ein paar viele Schlaglöcher oder Baumwurzeln auf der Strecke hat und alles, was nicht festgestopft ist, fliegt dann schon mal in hohem Bogen aus dem Korb. Und zu guter Letzt ist der Laptoprucksack hässlich wie die Nacht..
Nun ja, man könnte jetzt natürlich sagen: "ja nu, dann besorg Dir halt eine Radltasche, bist ja nicht die einzige auf der Welt, die mit Zeug zur Arbeit radelt." Tja.. In meinem Kopf, geprägt von gefühlt wochenlangen Familienradltouren (Passau bis Wien, Altmühltal, 100km am Tag und so), gibt es nur die bekannten Ortlieb-Radltaschen, für die man auch noch ein Gestell am Rad montieren muss, es ist mehr oder weniger ein Palstiksack zum oben Zurollen, schön ist das nicht und das Laptop ist auch nicht wirklich gut verpackt. (So war das damals in den 90ern, ich bin mir fast sicher, dass sich auch da alles weiterentwickelt hat, aber das interessiert mich nun wirklich nicht.).




Dann aber (in dieser Hinsicht bin ich ziemlich langsam) habe ich irgendwann letztes Jahr meinen radelnden Kollegen gefragt, wie er denn sein Zeug ins Büro bringt. Er antwortete etwas irritiert "Ja, in der Tasche halt" und zeigte mir eine Tasche, die kein aufrollbarer Plastiksack ist, die nicht hässlich ist und die man einfach ohne Gestell an den Gepäckträger klippen kann. Ich dachte mir "Hm. Schau an."


Irgendwann nach einem Treffen bei Frau Mutti zeigte deren allerbeste Freundin auf Instagram eine Radltasche "zum einfach anklippen, aber bei mir passt sie nicht!", die echt schön war, aber nach Nachmessen auch bei mir nicht gepasst hätte. Ich dachte mir "Hm. Schau an, doch nicht so einfach."
Und fuhr dieses Jahr wieder mit in den Korb gestopftem Rucksack los, bis ich mir dachte:  "da kannste doch einfach mal suchen." Und was soll ich sagen (ja ich gebe zu, die moisten Menschen wissen das vermutlich): Seit den 90ern hat sich einiges getan in Sachen Radtaschen. Ich war ganz begeistert von dem Angebot, von dem EasyKlick-System, von gepostlerten Laptopfächern, von Regenhüllen, von Reflektoraufdrucken und von überhaupt keiner Plastiksackoptik. Ich habe mir also das Modell hier bestellt (Amazon-Affiliate-Link), das für meine (auch optischen) Bedürfnisse super ist. Nach drei Wochen Probefahren kann ich sagen: Super. Nix mehr mit potentieller phyiskalischer Einwirkung.






So, langsam wird es Zeit, den Bogen zum Titel zu schlagen :-).
Was ich nämlich aufgrund jugendlicher Prägung bisher auch verweigert habe, ist Fahrradkleidung. (ausser Helm. Den IMMERIMMERIMMER, seitdem wir mit Kindern untwergs sind)  Damals (TM) hat mein Vater das alles sehr, sehr Ernst genommen. Neben den Ortliebtaschen wurden wir mit Helmen, Handschuhen, Trikots (jeder eins. Denken Sie sich das mit den mehrtätgigen Touren) und Radlhosen und natürlich super Radln ausgestattet.






 Das ist natürlich einerseits super, andererseits.... ist das halt mit Teenagerkindern schwierig mit "So isses", nicht wahr? Ich konnte mich, meinen Körper und alle Kommentare dazu damals überhaupt nicht ausstehen (ich bilde mir ein, das fing damals an, als mein Onkel um meinen 13. Geburtstag fragte, ob ich denn schon "eine Zentnersau" ware. Vielleicht ist mir das aber auch nur deshalb so in Erinnerung geblieben, weil es neben aller Beknacktheit halt von ihm kam, den ich schon mit einem Jahr nicht ausstehen konnte, weil er einen Bart trug und nicht akzeptieren konnte, dass ich davor Angst hatte.) und da ist es natürlich schwierig, in hautenge Radhosen gesteckt zu warden, besonders, wenn man die zwei Leichtathletik-Schwestern mit ihren in meinen Augen perfekten Körpern (all die Probleme, die die beiden damit hatten, sah ich zwar, aber. Eben).


Ich fand mich unglaublich fett. Tja. Nun. (An der Donau ist das übrigens)




 Dazu kam,, dass mein Vater (superserious!) eben der Überzeugung war, dass man so eine Radlhose UNDBEDINGT mit ohne was drunter anziehen muss, und das Sitzleder muss man dann ordentlich mit Melkfett einschmieren,, damit das weich wird und so könnte man dröflzigtausend Kilometer ohne Po-Schmerzen fahren. Joah. Ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen, ob das wirklich die Profivariante von Radlhosentragen ist, ich finde die Vorstellung einfach supergruselig (als Bonus die tagelangen Touren und "Leder darf man nicht so oft waschen". Börks) und ich habe mich mit aller Teenie-Kraft, die ich hatte, gegen diese Art des Radlhosentragens gewehrt und sie standhaft ("Das muss doch total unbequem sein!") mit was drunter und mit ohne Melkfett getragen.. Ungern. Und nie wieder nach den Familienradtouren.




Nun ja.  Obwohl ich beim Radlkauf vor ein paar Jahren schon alles, was ich über den richtigen Sattel gelernt habe ("Leder,  Kind, das tut am Anfang weh am Hintern, aber nach ein paar 100km ist der eingefahren und du willst nix anderes mehr!") über den Haufen geworfen habe und einen Sattel, der irgendwas mit "plush" heisst, genommen hatte, was schon mal viel bequemer als das Lederfolterinstrument von früher war, tun mir nach einer Woche jeden Tag 25km Radeln doch irgendwelche Hinternknochen weh. Und so habe ich schon letztes Jahr angefangen, bei Limango (ich bin ja Ehrenschwabe) bei Radklamotten immer mal wieder zu schauen, aber Radlhosen, so wie ich sie will, nämlich in Shorts-Form, nicht so hauteng (also: von mir aus innendrin schon, abe rmit Shortüberhülle), waren in meiner Grösse immer ratzfatz ausverkauft.
Letztens aber mal nicht, es gab noch ein Exemplar in meiner Grösse in Pink Fuchsia, also habe ich das (und für zum Wechseln, weil ich plane ja, die zu waschen, eins der Modelle, die ich früher schon nicht mochte, dazugenommen. Und ein Trikot. Und Handschuhe wegen Handgelenksweh und Handballenkribbeln bei Schlaglöchern. Tja. Bei Lieferung stellte sich heraus, die pinke Hose war nicht lieferbar, jetzt habe ich halt den ganzen Rest.
Trikot: super.


Hose: sieht immer noch doof aus, ich zieh halt einen Rock drüber, das sieht dann ... nicht ganz so doof aus, bilde ich mir ein, das Sitzleder ist aber kein Leder, sondern so ein Schaumstoffdings, das würde hoffentlich nicht mal mein Vater mit Melkfett einschmieren, und ich trage da nach wie vor Unterwäsche drin. Zum Fahren sehr, sehr bequem, zum Laufen ist es genauso doof wie früher. Es fühlt sich an, als hätte man eine Riesenwindel an oder eine etwas verrutschte überdimensionierte Damenbinde in der Hose.



Handschuhe: super

Färben halt ab:


So, das war also der diesjährige Radlcontent. Mal sehen, ob ich nächstes Jahr eine Hose finde, die mir auch noch gefällt.








* sehr!
** ziemlich
*** bisher gar nicht
**** ziemlich. Jemand hat nämlich auf dem Weg, den ich nicht jeden Tag fahre, einmal "Basel" auf dem Wegweiser überklebt und so bin ich morgens 8km Umweg gefahren. War schön, mache ich aber nicht.mehr.
***** sehr, sehr. Morgens ab halb 8 ist es zu warm, nachmittags ist es irre. Aber ich habe jetzt eine Trinkflasche dabei.
****** Bisher gar nicht.

Montag, Juni 26, 2017

Kinetischer Sand

Ich würde ja gerne mit einem leeren Schreibtisch in die Sommerferien fahren. Dementsprechend rotiere ich, mein farbcodiertes virtuelles Post-It-Board auf dem Desktop wird im Akkord umsortiert, gelöscht, ergänzt, und bis letzte Woche dachte ich, das wäre mit ein bisschen Extragasgeben auch gut zu schaffen.
In der Zwischenzeit sind jedoch zwei grosse  "urgent, urgent"-Projekte ganz frisch dazugekommen, die die auf eben den virtuellen Post-its notierten, bis Fährenabfahrt längstens ausreichenden Arbeitslast wie Peanuts erscheinen lassen. Ich übe mich also in

  • Akzeptanz ("Die Welt geht nicht unter, wenn ich nicht alles vorab erledigt habe." Angeblich)
  • Delegieren (hui, ich muss gar nicht alle Dokumente selber aus dem Archiv holen. Nur zwei freundliche Mails und alles was ich wollte, kommt per Mail in meine Inbox),
  • Neinsagen ("Wir haben die angefragten Dokumente und noch viel mehr vor 6 Monaten zur Verfügung gestellt. Ich werde die jetzt nicht nochmal suchen.") und
  • Aussitzen ("Das ist eine interessante Fragestellung, die ich nach etwas Recherche sicher lösen könnte. Allerdings könnten das andere auch, vielleicht noch schneller, ich warte also mal ab.")
All das widerspricht natürlich meiner Natur und ist deshalb auch anstrengend, aber anders geht es im Moment nicht.


Als ich heute beim Kaffee auf dem noch schattigen Balkon über den Dächern der Stadt meinem Kollegen dieses Leid seufzend klagte, meinte er: "Ja, weisst Du, alle anderen wollen auch ihren Schreibtisch leer kriegen und so wird das Erledigungspinpong immer schneller und irgendwann kommt einfach keine Anwort mehr, weil dann halt Ferien sind."


(Immerhin habe ich heute, während der IT-Mensch da war, um mein "Der Monitor schaltet sich einfach immer wieder von alleine aus. Ein auch, aber es ist sehr irritierend."-Problem zu lösen und dafür grosse Updatepakete runterlud, ihn grad noch gefragt, ob er mein "Das iPhone kann keinen persönlichen Hotspot machen"-Problem lösen kann. Konnte er und so habe ich jetzt zwei Probleme weniger (das waren fliederfarbene Post-its).

Sonntag, Juni 25, 2017

"Ladelimit erreicht"

Dieses Wochenende war einfach ..... traumhaft. Ich weiss nicht, ob es damit zusammenhängt, dass wir unglaublich wenig geschlafen haben (für mich zählt der Island-Urlaub mit ca wenn überhaupt 6 Stunden Schlaf pro Nacht nach wie vor zu den tollsten Erlebnissen überhaupt und auch Norwegen pane ich mit ca 18 Stunden Aktivität pro Tag), auf jeden Fall war es grossartig.
Vor Jahren schon war ich auf Anregung einer Exkollegin für die Verabschiedung meines Exchefs (Sie erinnern sich? Mein kurzer, aber lehrreicher Ausflug von den grossen Konzernen in KMU?) beim Hechtessen im Ruderclub. Letztens bin ich an einem Plakat dafür vorbeigelaufen, erinnerte mich, wie lecker das war, spitzte die Famillie darauf an und die Familie der besten Freunde von Q., die ja gsd auch unglaublich coole Eltern haben und Zwilllinge sind und btw ist die Welt wieder in Ordnung, hatten auch Lust und so haben wir einen Hecht "oder, wir wissen es nicht genau, wir sind halt 8 Personen, davon 4 Kinder, vielleicht auch zwei" reserviert. (Der Ruderclub ist anscheinend der einzige wassernahe Club, der bei seinem sommerlichen Fischessen auch ganze Hechte anbietet. Sonst gibt es Egli- und Zanderfilet, was auch lecker ist, aber so ein ganzer Hecht (oder zwei) sind halt schon was anderes. Ich dachte ja, dass das total locale Fische wären und aus dem lokalen Fischweiher gezogen würden, aber nein, die warden tiefgefroren aus Schweden importiert, vermutlich von Petterson und Fndus gefangen, und dann immerhin lokal in einer Wanne voll siedendem Öl frittiert)


Gestern nachmittag haben wir uns dann also bei perfektem Wetter (leicht windig, sonnig) mit dem Bus und dann zu Fuss (oder halt mit dem Rad, weil Bewegungschallenge) ins Nachbardorf aufgemacht, die Kinder vertragen sich eh blind, wir hatten dann einen ganzen Tisch für uns, unsere zwei reservierten Hechte wogen zusammen 3.5 kg und sahen ein bisschen traurig aus. Nun ja, hilft halt nix. Drei von vier Kindern waren sich nicht sicher, ob sie Hecht mögen, einer von 4 Erwachsenen war sich nicht sicher, ob er einen Fisch, der ihn aus frittierten Augen anglotzt, essen kann. Aber es gab ja noch Pommes und jede Menge Weisswein für die Erwachsenen. Nach 20 Minuten wurden unsere Fische ausgerufen und während der Hübsche und der andere Vater zum Pommesholen anstanden, versuchten wir, die Kinder, von ihrem Fisch abzuhalten, weil Foto und so. Tja. Und nach dem "Okay, wir haben sie fotografiert, guten Appetit" passierte etwas, was man am ehesten mit einem Piranha-Angriff vergleichen kann. ALLE mögen Hecht und die Hoffnung der Eltern, dass wir ja vllt von dem Kinderfisch noch was bekommen würden, wurde rüde enttäuscht,  wir mussten die Kinder irgendwann dann stoppen, weil alles kann man von so einem ganzen Fisch dann doch nicht essen.


Vorher (also: nicht ganz vorher, eben schon gewürzt und frittiert)

Nachher. Unten der Kinderfisch





(Dorf und Kleinstadt heisst dann übrigens, dass das Kinderarztpraxisgründerehepaar von allen Kindern am Nebentisch sitzt, amüsiert den vieren, die sie kennen, seit sie zur 2Wochenkontrolle bei ihnen in der Praxis waren, beim Futtern zuschaut und dann noch Feuchttücher zum Putzen von Kinderschnuten spendiert.
Wir Grossen hatten ebenfalls einen wunderbaren Abend, wir haben heute versucht, nachzuvollziehen, wieviele 0.5L-Weissweinflaschen wir geleert haben, kamen aber zu keinem vernünftigen Schluss. Irgendwas zwischen 4 und 7. Die Kinder haben sich dann irgendwann mit Plastikbechern und Flaschen an den Rheinstrand aufgemacht und Fische und Krebse gefangen (sorgte auch bei den Eltern für Bewegung, weil wir ja im Wechsel ungefähr alle 3 Minuten aufstehen mussten, und nachschauen, ob immer noch 4 Köpfe über Wasser sind.


Romantisch im Abendlicht das Aluminiumwerk auf der deutschen Rheinseite


Gegen 11 sind wir dann durch den stockfinsteren Park (Glühwürmchen!) und die Altstadt zum Bus zurück gewandert und müde und satt (und beduselt) nach Hause gefahren.

Als ich diese beiden Bilder gemacht habe, waren sie scharf. Ich schwör.




(Okay, daheim bin ich dann mit Wäschekorb in der Hand noch über meinen langen Rock die Treppe nach oben gestolpert und habe mit meinem Ellenbogen am Rauhputz gebremst, das ist.. sehr blutig und schmerzhaft).


Heute morgen dann klingelte der Wecker fies früh, weil der Hübsche Aktivitätschallenge-Dings hatte und mit seinen Kollegen pro Nase mehr als 40000 Schritte laufen msuste (fast zweimal um den Schluchsee wurde es) und ich mit den Kids in den von den Reli-Kindern gestalteten Abendmahlsgottesdienst im Dorf gehen musste.


Nach einem kleinen Müdigkeits- und überhaupt-Knatsch haben wir danach noch schnell den alljährlichen Terrassenputz erledigt und haben uns dann mit den Hechtfreunden im Schwimmbad getroffen. (Radeln mit zwei Kindern: mittlerweile auch kein Problem mehr. Zumindest hier auf dem Land, wo es astreine Radwege gibt). Little Q. ist das erste Mal vom Fünfer gesprungen (und hat das dann 18x verifiziert), Little L. ist zum ersten Mal die senkrechte Rutschbahn runter und ich ... habe zum ersten Mal seit 1000 Jahren aus Versehen Schokoladeneis gegessen.


Daheim haben wir dann die Terrasse wieder beräumt, den Grill angeworfen, den Hübschen gebührend bejubelt, uns sattgegessen und nun geht es in den Endspurt für das Schuljahr. Noch zwei Wochen! (ach ja: und der Katzenfütterdienst für unsere gesamte Abwesenheit ist auch endlich in trockenen Tüchern, das ist während der Schulferien in einer Überbauung voller Schulkinder nicht ganz einfach....)



Samstag, Juni 24, 2017

Sandel, sandel

Eigentlich wollten wir heute morgen ausschlafen, schwimmen gehen (Little Q.s Bitte: eins mit 5-Meterturm für den inneren Schweinehund), heimgehen, umziehen, mit Freunden im Ruderclub Hechtessen gehen.
Dann aber sponn erst die Katze in der Früh (es gab nach ungefähr 15mal Aufstehen für Füttern, Klo saubermachen, Balkontür aufmachen, Rollo noch ein Stückchen höher ziehen, draussen Wasser auffüllen, Schuhkartons zur Seite schieben, damit man an der Wand schnuppern kann etc) objektiv keinen Grund mehr für Gejammer, subjektiv war es aber sehr, sehr laut. Morgen wird sie ausgesperrt!
Dann war das Wetter auf einmal auch gar nicht mehr unbedingt schwimmbadeinladend (bewölkt, unter 1000Grad, "düppig", wie man hier sagt), ausserdem wurden auf PokemnGo die ersten Raids in unserer Umgebung angekündigt. Also haben wir das Programm umgeworfen, gemütlich gefrühstückt, Little L. ist in die Bücherei gesaust, wir haben mit grosser Spannung auf der leeren Cafeterie-Terrasse von des Hübschen Arbeitsplatz auf den Raid-Start gewartet, der dann doch eher unspektakulär war, beim nächsten Raid dann das restliche lokale Team Blau getroffen (die sind ein echtes Team :-), und interessanterweise wussten wir direkt jeder von jedem wer wer ist. Hm.), mit ihnen einen geteilten Fütterdienst für unsere Arenatiere ausgemacht, und ein bisschen paar viel Schritte gut gemacht. DAs macht Niantic ja schon ganz geschickt, immer wenn ich denke: "Boah, jetzt wird das aber echt langsam fad" lassen sie sich was Neues einfallen und ich bin wieder voll dabei.
Jetzt noch Kaffee, Balkonkärchern, umziehen und dann den inneren Petterson und Findus channel und Hecht essen. (ich dachte ja, die würden im Rhein oder so gefangen, aber in Wirklichkeit warden sie gefroren aus Schweden eingeflogen und dann hier frittiert. Nun ja.)

Freitag, Juni 23, 2017

Digitalisierung. Oder sowas

Freitag ist ja Homeofficetag. Das ist immer sehr praktisch, heute besonders auch deswegen, weil ich da war, als der Paketbote mit den vom Hübschen bestellten Turnschuhen läutete. Was keiner vorher wusste, war, dass 26,35CHF Zollgebühren anfallen würden. Das ist an sich keine Überraschung, manchmal kostet es Zoll, manchmal nicht, manchmal mach Amazon das vorab, manchmal bei Marketplace-Sachen nicht, manchmal bekommt man die Gebühren nachher zurück, manchmal nicht, es ist halt so. Allermeistens lohnt es sich trotzdem verglichen zu den Preisen, wenn man direkt in der Schweiz bestellen würde.
Ich hatte dismal sogar Bargeld daheim, das ist ja auch nicht immer der Fall, aber weil am Montag (nur am Montag, nicht vorher, nicht nachher) Little L.s Schulfotografenbilder bezahlt werden müssen, habe ich mal wieder Geld abgehoben. Ich habe es immerhin schon geschafft, den ausgespuckten 200CHF-Schein (für die Schulfotos brauche ich abgezählt 60CHF) in einen Hunderter und schon wieder veschwundenes kleineres Geld kleinzukriegen. Ich habe den Paketboten innerlich gefeiert, weil 100-26.35 = ein 50CHF-Schein, vllt kriege ich den 20CHF-Schein als zwei Zehner und dann noch ein bisschen Münz, da kann Little L. dann am Montag die Fotos zahlen. Dachte ich. Der Paketbote kann aber überhaupt nicht wechseln. Tja. Also hat er die Schuhe wieder mitgenommen und ich habe eine Abholkarte für die Postfiliale bekommen (immerhin mit dem Hinweis, dass auf der Karte zwar steht, abholbar morgen, aber er würde das Paekt um eins schon hinbringen) Dort können sie wechseln und man kann sogar mit Karte zahlen. Nun ja, dann ist das halt so (es ist eine Pokemonarena neben der Post und jetzt ist da ja alles anders, da kann man ja gut mal hingehen).


Ich habe mich also wieder an den Computer gesetzt und wegen der Diskussion mit dem Postboten hat mich das VPN-RemotAccessNetwork-Dings in der Zwischenzeit aus dem System geworfen. Beim Wiedereinloggen war ich dann kurz verwirrt, ob die Zahlen bei meinem Passwort am Anfang oder am Schluss sind und ob es 42 oder 43 war und zack, nach 189mal falsch Eingeben, war mein Account gesperrt. Yay. Ohne die verschlüsselte Verbindung habe ich nur noch Zugriff auf meine lokalen Daten und das Mailsystem, alle geteilten Daten sind für mich unerreichbar.
Ich musste aber dringend den Kollegen den Link zu einem Dokument schicken, also beschloss ich mich auf den Weg in die Aussenstelle meines Arbeitgebers bei uns im Dorf zu machen, mich dort wenigstens übers automatische W-LAN einzuloggen, das Dokument zu schicken, fertig.
Ich dachte mir, es ware ja noch ein schlauer Zug, unser Helpdesk zu fragen, was ich tun muss, um den Remote-Access wieder freizuschalten, aber das automatische IT-User-Interface geht nur, wenn man entweder über Remote-Access oder halt das echte Firmen-W-LAN verbunden ist. Nun ja.
Ich habe mir also meinen Firmenausweis geschnappt und dabei festgestellt, dass zwischen Ausweis und Kaffee-Treuekarte ein 20CHF-Schein steckt. Den habe ich in der Rheinschwimmsaison da drin für den Fall, dass ich auf dem Heimweg schwach werde und etwas zu Essen oder eine Tramkarte kaufen muss. Oder für den Fall, dass ich auf dem Weg zum Remote-Access-Reparieren ein Paket auslösen will. 6.35CHF habe ich in klein noch zusammengekratzt (Little Q. hat das Eis auf der Klassenreise gestern ausgegeben bekommen und in der Schale vor der Waschmaschine hatten sich auch ein paar Münzen angesammelt).
Also bin ich mit Geld, Abholkarte, Laptop und Firmenausweis Richtung Werksareal gedackelt, habe mich dort vor die Cafeteria gesetzt, das Dokument verschickt, eine Anfrage an die User Services geschickt, auf dem Heimweg ein paar Minuten am Postauto gewartet und dann bezahlt und Paket bekommen, heimgegangen und zack, nach nur einmal Einloggen im echten Netzwerk klappt auch der Remote Access wieder.


Wie der Schweizer sagen würde: "Es chunnt denn scho guet."

Donnerstag, Juni 22, 2017

SHE-Hulk

Heute habe ich ein (wie ich finde) zu Unrecht von mir selten getragenes Kleid mit zur Arbeit genommen (mein Kollege war ganz überrascht, als ich erst in Radlkluft aka Chucks, T-Shirt und Caprileggins auftauchte und ein paar Minuten später eben im Hemdblusenkleid im, wie ich finde, Safarilook und Sandalen zurückkam. Vielleicht existiert gar kein unausgesprochener Dresscode und Jogginghosen wären doch ok?). Ich mag das auf jeden Fall sehr an mir!




Im Hintergrund sehen Sie meine Bastelarbeit von heute (ja, so richtig mit Tesa und Schere und so, ich wurde dafür belächelt, und ja, ich habe das nachher alles auch im Excel schön elektronisch abgelegt, aber der Bastlwastl ist dann doch starker in mir, als man denkt), die mir tatsächlich Freude gemacht hat (ich habe in den letzten Tagen immer wieder sehr über den "40 Stunden Wochen sind Menschenquälerei"-Artikel geschmunzelt, aus verschiedenen Gründen, heute besonders über das anscheinend universell anerkannte Horrorerlebnis Exceltabelle.). Es ist übrigens ein Taktdiagramm, das aufzeigt, wie viel Wirkstoff ich in wieviel Zeit in einer Anlage produzieren kann. Man kann da ganz viel rauslesen, zB, wo ich drehen kann, um schneller zu warden, wo ich mich auf den Kopf stellen kann und FlicFlacs machen und es hilft trotzdem nix... sowas.
Ein bisschen traurig war es dann, als ich das mit den Herren besprechen wollte, die das eigentlich liefern sollten, das aber in einem .... sagen wir ausbaufähigen Detailgrad getan haben, und dann nach meiner Präsentation und Schlussfolgerungen gemeint haben: "Yeah, well, you know, our assumption was more ... like, top of the head, ballpark figures... you know?" Da werde ich ihnen nächste Woche mal beibringen, was ich unter einem Taktzeitdiagramm verstehe und warum das wichtig ist.


Ansonsten habe ich heute noch erfahren, dass eines meiner ursprünglich als "Wir brauchen eine Person, die dafür verantwortlich ist, aber eigentlich sollte da praktisch nix zu tun sein" angekündigtes Produkte noch viel mehr Arbeit machen wird als eh schon (das ist far from nix zu tun), aber hey, in Indien war ich noch nie und das ist dann das nächste Produkt/Projekt, das ultrahoch aufgehängt ist (ich dachte ja, CEO ware das Limit, aber nein.) Trotz allem "Hui, das klingt aber nach viel" und "Hui, echt, der?" war es aber schön zu hören, dass man sich freut, dass ich im Team bin, weil ich genau die richtige dafür sei.


Und vielleicht, aber nur vielleicht, besorge ich mir ein SHE-Hulk-T-Shirt dafür.



Mittwoch, Juni 21, 2017

Standortvorteil

Ich weiss noch, als ich damals von meinem Aufenthalt in San Diego zurückgekehrt bin, war ich ein bisschen traurig, dass ich in Zukunft nicht mehr die Mittagspause im Pazifik badend verbringen können würde. (Ich vermisse noch viel mehr als das, aber das habe ich ja schon mal geschrieben).


Damals konnte ich ja noch nicht ahnen, dass ich badetechnisch mal am coolsten Ort .... lassen Sie uns mal realistisch bleiben .... der Nordwestschweiz arbeiten würde. Der beste Einstieg zum Rheinschwimmen* liegt nämlich direkt unterhalb des Elfenbeinturms.


Und so pilgern von Juni bis manchmal September mittags ab 11 Kollegen in Badekleidung Richtung Rhein über das Areal, packen unterhalb des Museums Kleider und Schuhe in den Wickelfisch und stürzen sich ins Wasser. Ein paar Kilometer flussabwärts klettern alle wieder raus, duschen (eiskalt), ziehen sich entweder in einer Strandkabine um oder laufen in nassen Badeklamotten an der Rheinpromenade wieder zurück. Vor dem Direktionsgebäude streift man dann schnell noch ein T-Shirt oder ein Kleidchen über**, zieht sich auf dem eigenen Stockwerk wieder in Arbeitskleidung um und am Nachmittag erkennt man die Schwimmer unter den Kollegen an dem seeligen Lächeln, den trocknenden Badeklamotten im Büro und der leicht derangierten Schwimmfrisur.








*Für den Fall, dass Ihnen ein Kommentar über "SCHWIMMEN IM RHEIN IST LEBENSGEFÄHRLICH!" unter den Fingernägeln brennt: man kennt sich hier aus.


** In unserer Firmen-Google-+ Commuunity gibt es die Rubrik: "Treasures from the archive". Vor ein paar Wochen wurde dort die Geschichte erzählt, wie der berüchtigte Generalsekretär in den 70ern immerin Badehose aus dem Direktionsgebäude zum Schwimmen und dann halt in Nasser Badehose zurückging. Eines Tages wurde ihm vom Pförtner die Tür des Direktionsgebäudes mit grossem Trara und Verbeugung geöffnet,, was ihn sehr irritierte, weil normalerweise kein so grosses Buhei gemacht wurde. Allerdings wusste er auch nicht, dass im Eingangsbereich eine sehr formelle japanisch Handelsdelegation wartete. Dank des geistesgegenwärtigen Pförtners waren sie nicht beleidigt, sondern hatten da Gefühl, den Firmenbesitzer höchstpersönlich getroffen zu haben, wenn auch in exzentrischem Outfit.