Montag, Dezember 05, 2016

WMDEDGT 12/16

Es ist kaum zu glauben, heute ist das letzte WMDEDGT? für dieses Jahr.
Der Dezember ist ja mein Lieblingsmonat, wegen Winter, kalt, Advent, Weihnachten, GEBURTSTAG!
Wer mitmachen möchte und aufschreiben "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", herzlich willkommen! Die Liste findet sich unten, mal sehen, ob wir das mysteriöse Zeitzonenproblem mittlerweile geklärt haben (Inlinkz sah mich in Abidjan, aber das erklärt nur eine Stunde Zeitverschiebung....).
 
Mein Tag sah so aus:
 
Ich habe ja oft das Gefühl, dass ich viel zu wenig schlafe (ich gehe selten vor Mitternacht ins Bett und der Wecker läutet immer um sechs. Und das heisst hier auch: aufstehen um sechs). Allerdings bin ich regelmässig ab fünf, spätestens halb sechs wach. Wenn ich dann mal früher ins Bett gehe, wache ich entsprechend noch früher auf. Gestern zB sind wir, ausgepowert nach einem kinderfreien Wochenende, um halb elf schlafen gegangen, was dazu geführt hat, dass ich ab halb drei im Zehnminutentakt wach war. Hm.
 
Wie immer dann aufstehen, fertigmachen, schminken, Kaffee trinken, Frühstück einpacken (zur Zeit bekomme ich ausser Kaffee direkt nach dem Aufstehen nichts runter. Im Büro brauche ich dann aber dringend was. Also packe ich am Abend zuvor den Kindern ihre Brotzeitboxen und mir geschnippeltes Obst, das zusammen mit Joghurt und Müsli mein Frühstück mit Bürokaffee ergibt), Adventskalender aufmachen, durchs Stockfinstere zum Bus laufen, 7:20h sitze ich am Schreibtisch.
 
Allerdings nur relativ kurz, ich muss nämlich (und das lag mir das ganze Wochenende ein bisschen auf der Seele) ein Missverständnis bzw. unterschiedliche Sichtweisen zwischen meiner alten (lokalen) und meiner neuen (globalen) Abteilung klären. Ist dann aber erstaunlich einfach: meine Taktik, immer zu erklären, warum etwas nötig ist, funktioniert wie immer gut, gepaart mit einer offenen Kommunikation, in dem Fall: „Sorry, ich habe den total verworrenen Email-Strang von Freitag nicht in voller Länge gelesen oder verstanden, wer jetzt genau warum sich von wem auf die Füsse getreten fühlt.“. Hoffe ich.

Dann: arbeiten, vorbereiten für den Italien-Trip nächste Woche.

Noch vor dem Mittagessen muss ich einmal quer durch die Stadt zum anderen Standort, weil ich bis abends dort Meetings habe.
Telefonkonferenz mit den Kollegen in Irland
Mittagessen mit, Achtung, jetzt wird es echt international: dem westschweizer-irischen Kollegen, einer italienischen und einer lettisch-israelischen Kollegin, die frisch aus England in die Schweiz gekommen ist.
Ich sause noch schnell Nikolausbücher für die Jungs besorgen (zweiter Band der "Drachenreiter" (Affiliate Link) für Q., "Finn und das gelbe Unterseeboot" (Affiliatelink) für L.) und Wichtelgeschenke für die Pfadi-Waldweihnacht.

Um eins treffe ich mich mit zwei Kollegen, um mir ein Update für ein anstehendes Umbauprojekt bei einem Lohnhersteller zu holen. In der hochregulierten Pharmawelt kann man nicht einfach sagen: „Oh, wir haben jetzt eine Idee, wie wir den Prozess besser machen, das machen wir jetzt mal“, da muss man erst mal abklären, ob so eine Änderung die Qualität des Produkts verändert (besser nicht), ob man die Gesundheitsbehörden, bei denen man das Produkt registriert hat, informieren muss, bevor man diesen Change implementiert, oder ob es reicht, ihnen danach Bescheid zu geben, oder ob man das gar nicht machen muss, man muss die Kollegen von der Galenik fragen, ob sie Bedenken haben, und all diese Abklärungen muss man wasserdicht dokumentieren.

Dieses Meeting geht nahtlos in eine Telefonkonferenz mit dem Lohnhersteller über, an der ich ausnahmsweise auch teilnehme. Irgendwie fällt mir die Rolle des Bad Cop zu und es könnte sein, dass ich etwas übertrieben habe, am anderen Ende heisst es auf einmal „Sorry, we need a little break here, it looks like our manufacturing guy is collapsing“. Ja nu. Ich würde sagen, da ist die Nachricht nach monatelangem Drumrumgeeier angekommen….

Zum Tagesabschluss schreibe ich noch ein Kapitel für einen „E2E-APQR“. In diesem Zusammenhang nett: es wurde vor einiger Zeit eine Chrome-App firmenintern gelauncht, in der man alle intern verwendeten Akronyme findet. Das ist die sinnvollste App, die jemals entwickelt wurde.

Um kurz vor fünf packe ich meine Siebensachen incl Einkäufen zusammen und sause zum Zug, Little L. rechtzeitig beim Geräteturnen abholen. Er zeigt mir stolz seine neue Vereinsjacke mit dem neuen Logo.  Auf dem Rückweg zu Fuss durchs weihnachtlich erleuchtete Dorf gehen wir noch bei unserer Tierärztin vorbei, Little L. streichelt den Praxishund, ich hole zwei Flaschen Nierenmedikament für die Katze ab.
 
Um viertel vor sechs sind wir zu Hause. Der Hübsche hat mit der Nanny schon den Tagesverlauf besprochen und ist schon wieder auf dem Sprung zum Sport. Little L. muss noch Hausaufgaben machen, weil er direkt nach dem Nachtmittagsunterricht zum Turnen gegangen ist. Ich heize den Ofen für die Montagspizza vor und laufe noch während eine Folge „Gilmore Girls“ (ich bin immer noch erst bei der 5. Staffel. Irgendwann werde ich die gar nicht mehr so neuen Folgen wohl auch noch sehen.) auf dem Crosstrainier, während die Jungs es sich mit „King Julian“ gemütlich machen.

Nach einer schnellen Dusche wollen wir wir drei gemeinsam zu Abend essen, Q. hat allerdings Bauchschmerzen und fühlt sich nicht gut. Er will allerdings trotzdem Pizza essen, wenigstens zwei Stück. Gemeinsam überprüfen wir, was morgen in der Schule gebraucht wird, dann räume ich die Küche auf, packe Brotdosen und meine Früchtebox für morgen, die Jungs bürsten einmal über ihre Stiefel, stellen sie vor die Tür und machen sich bettfertig.

Während ich oben die ausgelüfteten Schlafsäcke vom Pfadiwochenende aufräume, ruft Little L. auf einmal um Hilfe: Q. geht es unter der Dusche gar nicht gut. Ich pflücke also ein käseweisses nasses Kind aus der Dusche, trockne es einigermassen ab, halte die Haare zurück und zusammen mit dem Abendessen gehen alle Pläne für den Abend und den Folgetag dahin.

Ich hole die Notfallmatratze (Etagenbett ist der natürliche Feind von Magendarmerkrankungen) hervor, quartiere Q. im Elternzimmer ein, melde ihn für den nächsten Tag von der Schule ab, sage der Nanny ab, stelle der Putzfrau frei, auf einen anderen Tag als morgen zu verschieben, checke meinen Terminkalender: sehr praktisch: ich muss nur einen Abteilungsnikolauskaffee absagen. Den Rest kann ich von zu Hause erledigen. Ich informiere also meinen Chef, lese ein Kapitel Dr. Proktor vor, halte nochmal Haare, hänge eine Ladung Wäsche auf (seit der Solaranlageninstallation läuft die Waschmaschine untertags statt nachts) und packe ein Geschenk für Little Q.s besten Freund ein, der am Mittwoch Geburtstag feiert, und natürlich die Nikolauspäckchen. Ich halte nochmal Haare, bade meine Hände immer wieder in Sterilium, räume die Spülmaschine ein und aus, halte Haare, Sterilium, schicke den Staubsaugerroboter durchs Haus, halte Haare, Sterilium, mache die Dezemberseite im Fotobuch für die Verwandtschaft fertig und freue mich drauf, wenn der Hübsche um 10 heimkommt. Mal sehen, ob wir noch eine Folge „The Expanse“ anschauen, oder ob er lieber die neue Folge "The Walking Dead" anschauen will, das kann ich leider nicht mitansehen. Dann schon lieber echte Zombiegeräusche vom Kind mit den langen Haaren....

Ein fast ganz normaler Montag also.









http://bruellen.blogspot.com/2016/08/binichbillichdranjekommen.html

Sonntag, Dezember 04, 2016

Service

Heute nur ganz kurz, weil: kinderfrei, das heisst natürlich To-Do-Liste von hier bis Timbuktu und ich hab nur noch eine Stunde bis Abholen :-):

Die Gewinner der Kosmobitskästen sind gezogen, informiert und haben sich zurückgemeldet. Dementsprechend wird es auch keine Nachzüglerverlosung geben. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich mitgemacht haben, ich bin mir sicher, irgendwann können wir so etwas in ähnlicher Art und Weise wiederholen.
Falls Sie leider Pech hatten und nochmal Ihr Glück versuchen möchten: auf dem Blog "Grosse Köpfe" von Alu und Konsti wird bis zum 9. Dezember auch ein Kosmobits-Kasten verlost!

Und nun bleibt mir nur noch, darauf hinzuweisen, dass morgen der letzte "WMDEDGT?"-Termin im Jahr 2016 ist. Wenn Sie mitmachen wollen, schreiben Sie doch auf, was Sie den ganzen Tag so machen und verlinken hier.
Ich freu mich drauf!

Samstag, Dezember 03, 2016

28 hours

So lange haben der Hübsche und ich kinderfrei. Die beiden Jungs sind nämlich auf SaWe aka Samichlaus-Weekend aka Nikolauswochenende mit den Pfadfindern.
Alle gemeinsam haben wir heute mittag noch den Tesla zurückgegeben (ich habe erstens ohne Kratzer aus dem recht schmalen Tiefgaragenplatz ausgeparkt, zweitens rückwärt am Supercharger eingeparkt und drittens auf der Autobahn nicht nur den Autopiloten angemacht, sondern auch per automatischen Spurwechselassistent die Spur gewechselt (nicht bevor ich drölfzigmal geschaut habe, ob wirklich frei ist und mich vor lauter Nervosität fast in die Bewusstlosikeit hyperventiliert habe) und sind dann mit dem normalen Auto zu Bahnhof gefahren, Kinder verabschieden. Sie werden viel Spass in einer grossen Turnhalle haben, sind jetzt grad vermutlich im Wald, den Samichlaus am Lagerfeuer begrüssen (wir haben gestern noch Versli rausgesucht und geübt, die Kinder haben sich totgelacht, als ich auf Schweizerdeutsch dilettiert habe).
Der Hübsche und ich haben total seriös erstmal Kaffee getrunken, Wäsche gewaschen, das Haus gesaugt und dann überlegt, was wir so unternehmen können. Meine erste Idee war: daheimbleiben und Netflix schauen, aber das wäre ja irgendwie auch lahm gewesen. Wir modifizierten dann zu: nach Basel fahren, bummeln, auf den Weihnachtsmarkt Raclette essen, Kino. Ein Blick ins Kinoprogramm war etwas ernüchternd, aber immerhin wurde um viertel vor fünf "Snowden" in einem kleinen alternativen Kino gezeigt (vermutlich, weil der schon seit ungefähr 10000 Wochen läuft), damit wäre es aber mit dem Bummeln, Weihnachtsmarkt etc davor eng geworden und danach hätten zumindest alle Geschäfte schon zu gehabt. Nun denn, richtig Einkaufen kann ich ja auch in der Mittagspause, also: Indie-Kino. Auf dem Weg mit der Tram durch die volle Stadt (es war nicht nur Adventssamstag, Weihnachtsmarkt und Traumewetter, sondern auch noch "Nikoläuse auf Harleys"-Treff reichte es mir auch schon mit Leuten, Weihnachtsgedöns und Glühweingeruch. In dem winzigen Kino um 2. UG war es dann bis auf uns und fellow Bildungsbürger (was erwartet man auch in einem Atelierkino an einem Adventsamstagsnachmittag.....) sehr leer, die Vorschauen von "Lebensgeschichte von Che Guevaras Chauffeur", "Arbeitsloser in England nach Herzinfarkt freundet sich mit Flüchtlingsfamilie an", "Irgendein Film von Jim Jarmusch mit dem Schauspieler von Kyle O`Ren, Hund und ohne Handlung" liessen mich das Schlimmste befürchten, aber dann: ich würde Ihnen "Snowden" ja echt empfehlen, aber vermutlich läuft der nirgends mehr. Falls doch: kann man sich sehr gut anschauen!
Anschliessend waren wir dann sehr verweichlicht im Warmen asiatisch essen anstatt im Kalten Raclette, aber morgen gibts auf Kinderwunsch eh Käsefondue, das ist genug heisser Käse für ein Wochenende. Der Hübsche und ich haben übrigens den Status in der Beziehung erreicht, in dem er sagt: "Cool, hier waren wir aber noch nie, oder?" Und ich sage: "Doch, wir kamen aber zur anderen Tür rein, sassen an dem Tisch da drüben, Du hast den Salat hier gegessen, den fandest Du super, mein Essen klang toll, war aber echt Mist und ich weiss nicht mehr, wie es hiess." Immerhin habe ich nicht für ihn bestellt.

So. Jetzt Netflix.

Freitag, Dezember 02, 2016

Hui!

So eine weitreichende Kaufentscheidung wie zB für ein sauteures neues Auto trifft  man am besten so, dass man so schnell wie möglich bestellt und erst dann das Wunschauto erstmal einem ausführlichen Praxistest unterzieht. Und so ist unsere Online-Bestellung auf dem Weg zu einem "Delivery Expert" (MORGEN BEKOMMEN WIR DAS LIEFERDATUM!!!!111!!), der Elektriker ist informiert, dass wir in der Tiefgarage einen Ladeanschluss und W-LAN brauchen und wir haben uns heute für einen Tag ziemlich genau den Tesla ausgeliehen, den wir ab März etwa unser eigen nennen werden (Jaja, andere Sitzfarbe, mit Luftfederung, aber so ungefähr.), und sind ... rumgefahren.


Man kann seinem Auto einen Namen geben. Wir überlegen schon mal.

Praktischerweise hatten wir unsere klassischen Herbstferien To-Dos, nämlich Zahnarzt und Kinderskiausrüstung auffrischen, noch nicht erledigt, so dass wir ein bisschen Fahrtstrecke vor uns hatten.


Anders als bei den beiden ersten Probefahrten (Sie haben ja nicht wirklich geglaubt, dass wir ein Auto ohne Probefahrt bestellen würden, oder?) sass heute kein Tesla-Mensch neben uns, sondern wir waren auf uns und den Autopilot gestellt.
Ich finde es ja schon lustig, es gibt ungefähr fünf verschiedene Reaktionen auf die Tatsache, dass wir uns einen kaufen, 2. - 4. gern auch in Kombination:
  1. Boah, cool, ich hätte auch gern einen!
  2. OMG, habt ihr den neuesten Bericht von vor zwei Stunden gesehen, wo wieder ein Tesla einfach so ohne irgendwas ein Kind überfahren hat, einfach explodiert ist, sich mit Absicht in ein Hafenbecken gestürzt hat ... irgendwie sowas.
  3. Das mit den Elektroautos ist ein Riesenbeschiss. Solange der Strom aus Kohlekraftwerken kommt und die Batterien nicht richtig entsorgt werden können, ist das überhaupt nicht besser. Ausserdem kann man die Autos nirgends aufladen und kommt auch nur ungefähr 30 km mit einer Akkuladung.
  4. Der Autopilot ist ein unglaublich komplexes ethisches Thema. Ich möchte nicht, dass überall nur Autos rumfahren, wo irgendjemand am Schreibtisch programmiert hat, was in dem Fall "Ich fahre auf einen Zebrastreifen zu, auf der Gegenfahrbahn kommt ein Schwertransport mit durchgerosteten Atommüllfässern, von rechts kommt eine Entenfamilie, von links eine Kindergartengruppe und von oben verliert ein Heissluftballon dramatisch an Höhe." passiert.
Ich muss gestehen, bis auf Antwort 1 beantworte ich alle Punkte bisher mit einem milden Lächeln, ich arbeite noch an einer schlagfertigen Antwort, die endlose Diskussionen, die ich nicht führen möchte, zu verhindern. Es wird vermutlich was mit dem Beginn des Eisenbahnzeitalters, Postkutschen und Verlust der Seele beim Fotografieren zu tun haben.

Nun denn. Heute also: Check. Auch das erste Mal mit den Kindern. Die fanden alles super: insgesamt 6 Getränkehalter, 4 USB-Anschlüsse für Ladekabel, Sitzheizung auch hinten, kleine Lampen und Lichter überall, man kann Wunschmusik über Spotify und überall sonst wählen, das Auto filmt nach hinten und überall und "WOHOOOOOOOOOOO, können wir bitte nochmal Vollgas geben!"
Falls Sie also ein Auto gesehen haben, das heute auf graden Strecken (und keinem Verkehr) immer mal wieder fast zum Stehen kam, nur um kurz danach mit "Warp speed, Mr. Sulu!" davonzuschiessen, das waren wir.
Man beachte die nahezu entspannte Haltung. 


Ich bin dann nach dem Skizeug -Abholen (wir haben neben passenden Helmen, Skiern, Schuhen und so für die Kinder jetzt endlich auch Rückenprotektoren für alle) zurückgefahren.
Persönlich finde ich das nahezu lautlose Anrollen fast am allerbesten! Das ganze Autopilotautonom-Tralala habe ich dann beim Rausfummeln aus dem Ort noch nicht genutzt, erst dann auf der Landstrasse den "adaptiven Tempomat" (ich war so konzentriert und nervös, dass ich die ganze Zeit "Thermostat" sagte), auf der Autobahn dann auch den Autopilot. Und ja, ich finde es (noch) sehr schwer, dem Auto die Kontrolle zu überlassen und habe mit dem Autopiloten ungefähr so gesprochen wie meine Mutter mit mir, als sie nach meiner Führerscheinprüfung das erste Mal Beifahrer bei mir war: "Oh Gott, da vorn steht einer, brems, brems BREMS!!!!!! Oh, da vorn kommt ein Kreisel, brems, brems, BREMS!!!!!! Nicht so schnell, nicht so schnell, LANGSAMMM!". Gottseidank ist der Autopilot viel gelassener als ich damals, sonst hätte er mir nach 10 Minuten gesagt: "Jetzt bist Du still oder Du läufst!"
Es zwingt einen natürlich keiner, all diese Funktionen zu nutzen, das ist ja logisch. Menschliches Eingreifen beendet sämtliche Autonomie des Autos sofort. Und wenn ich dran denke, wie lange ich brauchte, mich an den simplen Tempomaten unseres Audis zu gewöhnen und wie sehr ich ihn jetzt mag, dann wird das alles werden!

Ha: richtig stolz bin ich drauf, dass diese Fahrt so ziemlich die erste mit einem Automatik- bzw Elektroauto (also halt ohne Kupplungspedal) war, bei der ich nicht mal kurz kuppeln wollte und sozusagen die Vollbremsungsfunktion getestet habe.

Jetzt erstmal Muskelentspannungsbad für die Ganzkörperverkrampfung. Und den durchgeschleuderten Nacken wegen drölfzigmal Vollgas geben
Grössenvergleich mit Kind und Tiefgaragenplatz. Es wird eng. Für unsre Nachbarn.


Donnerstag, Dezember 01, 2016

Puls!

Heute ist ein verrückter Tag. Der Morgen war ... anstrengend, v.a. weil ich unglaublich nervös war und wenn ich nervös bin, kann ich nichts essen, aber wenn ich weiss, dass ich den ganzen Vormittag ohne Pause konzentriert sein muss, dass muss ich was essen, weil ich sonst irgendwann vom Stuhl falle. Irgendwie hat es funktioniert, ich hoffe, Sie haben mir alle brav die Daumen gedrückt, mal sehen, was dabei rauskommt.
Zum Hirnauslüften bin ich durch die klirrende Kälte und den strahlenden Sonnenschein zurück durch die Stadt gelaufen, was zusammen mit Adrenalinabbauprodukten, nicht viel ausser Kaffee im Bauch, einem leerkonzentrierten Hirn und einem müdegestrahlendlächelten Mund zu einem sehr seltsamen Gefühl für den Rest des Tages sorgte. Durchgefroren und von aussen trotzdem aufgeheizt mit glühenden Ohren und heissen Wangen.
Ich habe den Nachmittag mit müdem Hirn dazu genutzt, liegengebliebene Routinesachen im Akkord abzuarbeiten und habe um drei beschlossen, dass ich eine 10minütige Kaffeepause mit Kollegen und bewusst ohne Handy verdient hätte. Nach 5 Minuten kam mein Büroplatznachbar an, mit meinem Handy in der Hand und meinte: "Du, da sucht dich jemand echt dringend".
Auf dem Display 10 entgangene Anrufe einer Festnetznummer mit der Vorwahl unserers Wohnorts und bei mir klingelten alle Alarmglocken. SCHULE, UNFALL, BLUT, DRAMA, POLIZEI!!!111!! Ein Rückruf war sehr schwierig, weil die Leitung dauerbelegt war. Das Kopfkino schrie EREIGNISDIENST, TRIAGE, EINSATZKRÄFTE. Meine Kollegen räumten behutsam meine Kaffeetasse beiseite, signalisierten mir, dass sie im Notfall mein restliches Tagesgeschäft übernehmen könnten, da endlich kam ich durch.
Am anderen Ende mitnichten eine aufgelöste Lehrperson oder ein Notarzt oder ein Polizist mit geschult ruhiger Stimme, nein, eine piepsige Kinderstimme, die meinte: "Hallo, da ist *irgendein Freund von Little L.*, wir wollten heute eigentlich abmachen."
Mir fiel erst ein Riesenstein vom Herzen, dann versuchte ich, ihm in ruhigen Worten zu erklären, dass er mich auf meinem Arbeitshandy angerufen habe, dass ich Little L. nicht im Büro dabei hätte und er bitte bei der Nummern anrufen solle, bei der auf der Kontaktliste "Festnetz" steht. Für den Fall wollte ich sie ihm noch diktieren, aber nach den ersten drei Zahlen hat er grusslos aufgelegt.
Ich finde es ja auch gut, wenn man Kindern Selbstständigkeit erlaubt und sie ihre Verabredungen selber treffen und sie mit dem Medium Telefon umgehen lernen. Ich finde es sehr süss und toll, wenn Little L.s Freundin anruft und sich mit Flüsterstimme meldet und ich immer das Gefühl habe, auch flüstern zu müssen, weil wir ganz konspirativ irgendwas vereinbaren. Das ist alles wunderbarstens.  Aber ganz ehrlich? Ein paar Basics wie "Nicht 13mal in 3 Minuten anrufen" oder "Welche Nummer bedeutet was?" oder "ICH LEGE NICHT EINFACH AUF!" wären schon ein tolles Rüstzeug für solche Experimente. Und meine Nerven.


Ach: noch was: bis morgen abend, 19:30h können Sie noch bei der Kosmobitsverlosung mitmachen!

Mittwoch, November 30, 2016

0/24

Ich hatte die letzten Tage mit Little L. ein paar heisse Diskussionen, ob der 1. Dezember nun morgen oder am Freitag wäre. Anscheinend ist bei ihnen im Klassenzimmer irgendwie der Kalender verrutscht oder er schaut irgendwie schief drauf, auf jeden Fall war er überzeugt: die 1 steht beim Freitag, die Frau S. hat das gemacht und die hat immer recht. Nun denn. Für alle Fälle habe ich aber doch für morgen schon alle Adventskalender parat gemacht :-).


Dieses Jahr ist das ein bisschen eskaliert, das gebe ich zu. Aber. Über die Jahre hinweg hat sich etabliert, dass ich für die Adventskalender zuständig bin. Ich habe regelmässig einen edlen Schokokalender für den Hübschen und mich gemeinsam besorgt. Jetzt ist es so, dass ich Schokolade so okayish finde, richtig gute esse ich schon gern. Aber nicht jeden Tag. Und irgendwann war es dann regelmässig so, dass sich am 22. Dezember schüsselweise Schokolade stapelte oder die Türchen schon gar nicht mehr aufgemacht wurden. Und das ist ja auch nicht ganz Sinn der Sache. Vor ein paar Jahren habe ich den Hübschen dann stattdessen mit einem Whisky-Kalender überrascht, das fand er toll. Und das ist auch eine praktische Sache, es gibt einen Whiskykalender, der jedes Jahr neu limitiert aufgelegt wird, und wenn man merkt, dass dem Hübschen was besonders gut schmeckt, dann kann man sich das merken und grad für Weihnachten oder Geburtstag oder so eine ausgewachsene Flasche davon besorgen.


Jetzt ist es halt so, dass ich Whisky noch weniger häufig gern mag als Schokolade. Ausserdem geht das gar nicht mit meiner Regel "unter der Woche keinen Alkohol" zusammen. Und der Hübsche teilt auch nicht.

Und weil ich ausserdem kein Fan von echten Überraschungen bin, habe ich angefangen, für mich selber einen Adventskalender zu besorgen, der mir Spass macht. Letztes Jahr war es der vom BodyShop, dieses Jahr habe ich erst mitbekommen, dass es einen von Rituals geben würde, aber limitiert und man sollte besser vorbestellen, also habe ich das gemacht. Und kurz danach habe ich gesehen: ui, es gibt auch einen von Essie, vielleicht, man weiss es nicht genau, aber man kann vorbestellen. Und weil zweimal limitiert und vorbestellt ja praktisch nur ein Kalender ist, habe ich das auch noch gemacht. Und so kommt es, dass ich dieses Jahr zwei Kalender habe. Ich habe zwar kurz überlegt, einen für nächstes Jahr aufzuheben, aber das ist ja ... neeee.


Für die Kinder machen wir es seit ein paar Jahren so, dass es jeweils ein kleineres Legoset (oder aber ein grösseres, das sich gut halbieren lässt) auf 24 Tage aufgeteilt gibt. Dieses Jahr haben wir diese  beiden (Affiliate-Links) ausgesucht und in den "Take-Away-Box-Kalender" vom letzten Jahr verpackt.

Als Zuckerl haben wir noch einen sehr niedlichen Legokalender für die ganze Familie, den man, glaube ich, gar nicht kaufen kann, sondern ab einem gewissen Einkaufswert im Lego-Store dazubekommt:

Es ist ein Haufen Steine und 24 Anleitungen für weihnachtliche Miniaturen. Das steht jetzt sehr besinnlich auf dem Esstisch neben dem Adventskranz.

Dienstag, November 29, 2016

Ein ganz normaler Tag

Den Tag mit Freischalten von drölfzigtausend Kommentaren zum Kosmobits-Artikel begonnen (falls Sie Ihren Kommentar nicht unter dem Artikel finden, haben Sie wahrscheinlich keine Emailadresse oder kein Profil, auf dem ich die Adresse finde, hinterlassen. Falls Sie doch noch in den Lostopf wollen, hinterlassen Sie mir doch bitte noch einen Kommentar MIT Kontaktmöglichkeit. Und ja, es kann dann sein, dass alle Leute Ihre Emailadresse lesen können. Das ist dann halt so, darüber werde ich nicht diskutieren. Ach ja: und bitte jeder nur einen Kommentar, ich werde durchsortieren und doppelte löschen, das macht aber schon nicht wirklich viel Spass). Ich bin echt überwältigt von der Resonanz :-).

Dann im Stockdunklen und in Eiseskälte Little L. den halben Weg zur Frühschule begleitet (das war schön!) und mit Bus und Bahn in die Stadt gefahren. Ich hatte um 8 schon einen Kontrolltermin bei meiner Ärztin, vor dem ich im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen hatte. Sie hatte mir vor zwei Monaten angetragen, bis zur Kontrolle nicht zu googlen oder mir Gedanken zu machen, wahrscheinlich würde das alles von allein weg gehen. Bis letzte Woche hat das ganz gut geklappt, dann nicht mehr so. Umso schöner, dass ich heute nach nur 5 Minuten mit "Ich habs Ihnen ja gesagt, das löst sich von allein!" wieder gehen durfte.

Auf dem Weg zur Arbeit begann eine etwas seltsame Twitterkommunikation, die ich erst nicht ernst nahm, dann aber merkte, dass es gar nicht auf der Metaebene ironisch witzig gemeint war und ab da fand ich es dann ganz schön doof. (s. Nachtrag oben zur Verlosung).

Bei der Arbeit dann zur Feier des "Alles gut" erst mal ein Laugengipfli in der Cafeteria geholt und mich aufgetaut.

Arbeitarbeitarbeit.

Nach dem Mittagessen habe ich beim "24h-Sicherheit"-Event vorbeigeschaut, ein bisschen gelernt, welche Vorräte man für die Zombieapokalypse braucht, was man bei Erdbeben macht und endlich Rauchmelder mit Rabatt gekauft.

ArbeitArbeitArbeit.

Kurz sehr nervös geworden, weil die "Sache" diese Woche noch konkret wird (nachdem Sie mir für den Arzt heute nicht Daumendrücken mussten, weil ich nix davon gesagt habe, könnten Sie ja am Donnerstag? Vormittag?).

Auf dem Heimweg und daheim dann auch noch an einer laaaaaangen Telefonkonferenz mit den kalifornischen Kollegen teilgenommen.

Gesportelt.

Sich über die Arbeit der neuen Putzfrau sehr gefreut.

Bratkartoffeln, Rosenkohl und Spiegelei gegessen.

Mit den Kindern gekuschelt, geschwatzt, Wichtelgeschenke verpackt, gekuschelt, Bücher gesucht, vorgelesen, das Bett neu bezogen wegen Katzensauerei, Wäsche zusammengelegt, Rechnungen bezahlt, mit dem Hübschen geredet, Fotoalben angeschaut, Adventskalender gepackt.

Fertig.