Dienstag, Januar 17, 2017

Schneeschneeschnee

Es ist so wunderschön: es ist knackig kalt, ich kann (MUSS) meine kuschelige Mütze (wenn mir als Kind jemand gesagt hat, dass es sehr wohl Strickmützen gibt, die nicht kratzen, sondern mit kuscheligem Fleece gefüttert sind…) tragen, meine Schal- und Halstuchsammlung (alle dunkelblau) in wilden Kombinationen tragen, meine Stiefel ausführen. Und noch besser: es liegt Schnee! Auch bei uns in den Niederungen des Rheintals, wo es immer gern mal 5-10 Grad wärmer ist als sonst überall. Ich kann das immer gar nicht verstehen, wenn die Leute sagen: „Schnee in den Bergen ist ja toll, aber ich brauche ihn nicht vor der Haustür.“. Ich fahre doch nicht in die Berge zum Iglubauen oder Schneemanbauen oder Schneeballschlachten. Okay, die von uns zu räumende Strecke Weg ist sehr übersichtlich und meistens haben sich die Kinder (unsere und die der Nachbarn) den Schnee schon unter den Nagel gerissen, bevor wir überhaupt räumen können. Am Sonntag haben Little L. und die Nachbarsbuben dann die Schneemengen zusammengelegt und ein gemeinschaftliches Iglu auf der Grundstücksgrenze gebaut. Mit Tunneln und Türen aus Eisblöcken und wenn man stopft, passen drei Kinder rein. Ich hatte das Kunstwerk gar nicht richtig gesehen, es war nämlich schon dunkel, als L. durchgefroren vom Bauen ins Haus und in die Badewanne kam. Erst Montagmorgen konnte ich es bewundern, als ich morgens auf dem Weg zur Arbeit aus der Tür trat und mich erst mal langlegte, weil das Iglu …. sagen wir so…. direkt vor unserer Tür steht.
Little L. konnte mich überhaupt nicht verstehen, als ich abends meinte: „Du, das hättet ihr ja schon ein Stückchen weiter vorn machen können, so kommt man ja fast nicht zur Tür raus.“, weil „Boah, Mami, das ist extra so, damit einem nicht kalt wird auf dem Weg ins Iglu. Du bist doch nicht so dick, du solltest locker durch den Tunnel krabbeln können. Der Ausgang zum Weg ist dann auf der anderen Seite.“

Montag, Januar 16, 2017

„An so an Schmarrn ignorier I ned amol.“

An diese Weisheit meiner Oma musste ich heute morgen mal eine Zeitlang denken. Überhaupt lernt man ja erst so mit der Zeit solche Sprüche schätzen. Ich weiss noch, wie mein allererster Chef (aber der war auch speziell. Ich bin fest davon überzeugt, dass er mich zwar schon auch wegen meiner unglaublichen Fachkenntnis eingestellt hat, aber auch weil ich nicht nur ein grosses Latinum, sondern auch ein Graecum im Portfolio hatte und im Bewerbungsgespräch Ilias UND Odysse im Original zitieren konnte.) sich kaputt gelacht hat, als ich das erste Mal „Wo Gwoid ned huift, huift mehr Gwoid“ als Begründung für einen Versuchsaufbau / Experimentdesign anführte.

„Schau mer amol, na seng ma’s scho.“ ist zwar eher nicht meine Geisteshaltung, aber wenn man sowas sagt, kann man wenigstens so wirken, als wäre man abgeklärt und nicht unendlich zwanghaft.

„Was wahr is, derf ma sog’n“ klingt zwar nach „Wird man doch noch sagen dürfen“, ist dank des ursprünglichen Zusammenhangs (es ging irgendwie …. Gehwege im Dorf, die man nicht bauen könne, weil sie die Strasse so verschmälern würde, dass dann im Winter, wenn auch noch Schneehaufen am Rand wären, keine zwei Mähdrescher mehr aneinander vorbeikommen würden. Was ja so nie passieren wird, weil im Winter keine Mähdrescher fahren, aber, s. Zitat) eher als Bankrotterklärung und Eingeständnis, dass man sich veragumentiert hat, zu verstehen.

„Du hast Recht und i mei Ruah.“ ist ein Spruch, bei dem ich mir ehrlich gesagt schwer tue, ihn über die Lippen zu bringen, weil es zwar eben impliziert, dass der andere alles andere als Recht hat, aber da stehe ich zu selten weit genug über den Dingen, um dem anderen auch nur scheinbar recht zu geben. Meine Ruhe habe ich halt dann auch selten.

„Aufg’stellter Mausdreck“ ist auch noch so ein Oma-Ausdruck, der mir heute wieder in den Sinn kam. (Ein Bild, das ich grossartig finde: ein objektiv gesehen winziges Köttel, das sich, um noch grösser und gefährlicher zu wirken, sich nicht querlegt, wie Mausedreck halt normal so rumliegt, sondern sich auf seine ganze imposante Länge von 1.2mm senkrecht aufrichtet.

"so a kaschperl-theater" als ausdruck des unwillens, ein thema genauso dramatisch zu sehen wie das gegenüber, kann (muss nicht, glauben sie mir, ich habs probiert und beides erlebt) die situation als comic relief entspannen und trifft den aufreger des tages wohl am besten.
Nun ja.

Sonntag, Januar 15, 2017

Serienstaffelendeblues

Gestern abend haben der Hübsche und ich die zweite Staffel "The Man in the High Castle" zu Ende geschaut.
Fazit vorab: dickste Empfehlung, auch (und gerade wenn) Sie wie ich nach der ersten Staffel etwas ratlos, indifferent bis wtf? zurückgeblieben sind. Die zweite Staffel schafft es, erstens die einzelnen Personen viel besser zu porträtieren, die Handlung bekommt deutlich mehr Hand und Fuss.

Die Bildersprache ist unglaublich, die Szenerie in Berlin, San Francisco und New York der 60er, aber jeweils unter der Herrschaft entweder Japans oder eben Nazi-Deutschlands ist so gut gemacht, dass es mir wirklich körperliches Unbehagen bereitete. (Das einzige, was ich zu monieren habe, und das wird natürlich Nichtmuttersprachlern oder denen, die die Serie synchronisiert anschauen, nicht aufstossen: man hört beim ersten Wort auf Deutsch, ob die Filmdeutschen auch im realen Leben deutsch sprechen.).

Es war ein sehr seltsames Gefühl, nach der vorletzten Folge Little Q., der durchfroren von der Pfadinachtübung zurückkam, zuzusehen, wie er sich aus den Winterklamotten schälte und dabei dann das beige Pfadfinderhemd und die rot-weisse Krawatte zu Vorschein kamen..... Immerhin so ungebügelt und kreuz und quer mit Abzeichen und Lageraufdrucken verziert, dass der militärische Anklang schnell wieder weg ist.

Little L. tat dann noch einen weisen Spruch, als ich meinte: "So, Jungs, jetzt ist Schlafenszeit, ich muss die Serie fertigschauen." Q. meinte dann: "Ja, da ist dann immer Happy End, bleib doch einfach bei uns beim Kuscheln!" Und nein, keine Sorge, ich spoilere sicher nicht, meinte ich "Du, aktuell sieht da alles gar nicht so nach Happy End aus." Und Little L., der alte Binger, meinte trocken: "Mami, du schaust doch nicht erst seit gestern Serien, oder? In der vorletzten Folge schaut es immer ganz schlecht aus, bis ca zur Hälfte der letzten Folge, dann zack, Happy End."

Er hat nicht ganz unrecht, wobei bei einer Grundprämisse "Nazideutschland und Japan haben den zweiten Weltkrieg gewonnen und die Welt unter sich aufgeteilt" eh fraglich ist, was genau ein Happy End wäre.

Samstag, Januar 14, 2017

WInterwochenende, die faule Variante

Dieses Wochenende ist eine Variante (fast) eines fast perfekten Winterwochenendes: draussen ist es klirrend kalt (das Unperfekte ist die sehr übersichtliche Schneedecke), es schneit immer wieder, drinnen ist es kuschelig warm, auf dem Herd brodelt ein grosser Topf Skifahrsuppe (und Nudelsuppe für die Kinder), der Boiler ist voll mit heissem Wasser für ausgiebige Wannenbäder, die Kindles sind beladen mit frischen Büchern für alle, wir müssen überhaupt nicht kochen, weil wir heute bei Nachbarsfreunden zum Brunch eingeladen sind (es tut so gut, zu sehen, dass sich die Kinder wunderbar verstehen, und sich mit anderen Eltern auszutauschen, mit denen man auf einer Wellenlänge liegt. Wir sind alle vier sehr froh, dass unsere Kinder zu den eher später drannen Kindern was Pubertät und Handynutzung und Drama angeht) und morgen dasselbe bei Arbeitsfreunden. Auf Netflix ist die neue Serie "Lemony Snicket: eine Reihe betrüblicher Ereignisse gestartet", die die grossartig böse Unterhaltung für die ganze Familie bietet.

Sehr, sehr praktisch so. Und raus müssen wir auch nur für eine kurze Pokerunde im Schneetreiben (und die Kinder zur Nachtübung der Pfadfinder. Das gehört wohl so. Nachtübung ist immer entweder im Schnee oder im Sturzregen).
Nächste Woche dann wieder Winterwochende mit Sport und so (Unihockey und Skifahren).

Freitag, Januar 13, 2017

Augenöffner

Schon in den letzten paar Wochen ist mir aufgefallen, dass ich beim Autofahren die Augen zusammenkneifen muss, um die Schilder rechtzeitig lesen zu können (nicht die Geschwindigkeitsbegrenzungen, das hatten wir ja auch schon mal, da war richtig Land unter, nein, die Ortstafeln), dass ich, auch wenn ich in den Meetings nie so richtig weit weg von der Leinwand oder dem Bildschirm sitze, mich echt anstrengen muss, um alles gut lesen zu können (Es lebe das Executive Summary in grosser Schrift ).
Heute habe ich spontan beim lokalen Fielmann angerufen, um rauszufinden, ob ich für einen Sehtest einen Termin bräuchte. Die zunächst etwas verwirrende Aussage war: „Im Prinzip schon, diese Woche aber nicht.“ Und weil ich nach einem Morgen konzentriertem Arbeiten am Computer und einem Nachmittag mit ähnlicher Aussicht und dem Menüplan der Kantine, der „Appenzeller Kässpätzli“ im Angebot hatte, etwas, was man nur essen sollte, wenn man kurz vor dem Verhungern ist oder sich auf den Winterschlaf vorbereitet, eh Lust auf frische Luft über Mittag hatte, bin ich spontan in die Stadt zum Sehtest gelaufen.
Der Grund für „Diese Woche kein Termin nötig“ war dann die festliche Wiedereröffnung der umgebauten Filiale mit eben kostenlosem Sehtest (und Luftballons und Charly Chaplin Double, das Regenschirme verschenkte) und einem dementsprechenden Andrang.
Nun ja. Der Sehtest an sich war dann nicht so spannend (ich habe mir für „Sie sehen also 4 Kreise?“ „Nein, 8, jeweils 2 konzentrisch“ den Klugscheisserbonus abgeholt, Sehtest ist jetzt anscheinend auch in Farbe und bunt, und ich habe für jedes Auge eine Vierteldioptrie schlechter und für die (eh schon grosse) Hornhautverkrümmung auch nochmal, also nicht viel schlechter, aber auch nicht nix, neue Gläser hole ich mir dann nächste Woche, wenn die Kostenlosaktion vorbei und weniger los ist), aber als ich da so sass und wartete, kam auf einmal ein ca 10jähriger Junge in den Wartebereich für Sehtests und Kontaktlinsenanpassung, Schultasche noch drauf, keine Eltern dabei.

Junge: „Guten Tag.“
Optikerin: „Hallo, wie kann ich Dir helfen, möchtest Du einen Sehtest machen?“
Junge: „Ja, gern.“
O.: „Warst Du schon mal bei einem Augenarzt?“
J.: „Ja.“
O: „Wann war denn das?“
J.: „So vor zwei Wochen.“
O.: „Hat der Dir ein Rezept mitgegeben?“
J.: „Nein.“
O.: „Mhm. Hat er gesagt, dass Du eine Brille brauchst?“
J.: „Nein.“
O: „Ok, also, Du brauchst keine Brille? Hast Du denn das Gefühl, dass Du schlecht siehst?“
J.: „Nein.“
O.: „Aber einen Sehtest willst Du jetzt trotzdem nochmal machen?“
J.: „Ja.“
O.: „OK, dann komm mal mit.“

Sie nahm ihn vorbei an all den Leuten, die da auf den Sehtest warteten, mit zu dem Vortestgerät (Sie kennen das sicher, das, wo man reinschaut, hinten ist ein Segelboot oder ein Ballon, es macht fft, ffft, dann kommt ein kleiner Bon raus und die Augen sind vermessen. Erstmal. Das „So besser oder so besser oder gleich?“ kommt erst danach). Sie desinfizierte das Gerät, stellte dem Kind die perfekte Höhe ein, erklärte ihm, was wie wo reinschauen.

J.: „Halt, bevor wir anfangen, eine Frage: kommt da so hui, voll helles Licht raus in meine Augen? Bin ich danach geblendet?“
O.: „Keine Sorge, es tut nicht weh, es ist nicht superhell, einfach ein buntes Bild, du musst nichts machen, ausser Schauen.“

Beruhigt setzte der Junge, immer noch in Jacke und mit Schultasche auf dem Rücken, hin und guckte in die Augenlöcher, fft, ffft, Ausdruck. Die Optikerin reichte dem Jungen den Zettel und meinte:

„Super, alles wunderbar, du brauchst wirklich keine Brille.“

Der Junge nickte ruhig, überreichte den Bon feierlich der Optikerkollegin an der Kasse, die ihn entsorgt, er bedankte sich und machte sich auf den Weg zum Lift.
Die beiden Optikerinnen und die zig Leute, die im Wartebereich, amüsiert dem Ganzen zugesehen hatten, tauschten belustigte Blicke, da dreht der Junge noch mal um.

J.: „Entschuldigung, ich habe noch eine Frage.“
O.: „Ja, bitte?“
J.: „Mein Auge, das eine, das macht manchmal so komische Sachen, das Lid wackelt dann, von ganz allein.“
O.: „Ah, so Augenzucken? Ja, das gibt’s, das habe ich auch manchmal. Das kommt manchmal, wenn man gestresst ist oder müde. Normalerweise ist das nicht schlimm.“

Der Junge nickte wieder, bedankte sich höflich und ging weiter. Fast vor dem Lift drehte er nochmal um:

J.: „Oh, Entschuldigung, ich habe noch eine Frage.“
O.: „Ja, bitte?“
J.: „Also, der eine Mann da unten, mit dem Hut, der Schali Scheppi, was macht der da?“
O.: „Du meinst den Charly Chaplin? Der ist da zur Begrüssung, weil wir doch wieder eröffnet haben. Der verschenkt ausserdem Regenschirme.“
J.: „Ah, wieso habe ich keinen bekommen?“
O.: „Ich weiss es nicht, am besten gehst Du runter und fragst ihn einfach. Der ist ein echt netter.“

Und da machte sich der Junge endgültig auf den Weg und liess ungefähr 15 Erwachsene mit einem Lächeln im Gesicht zurück. An einem hektischen, vollgestopften, stressigen Donnerstagmittag ist das ein echtes Geschenk.

Donnerstag, Januar 12, 2017

#12von12 im Januar

Nachdem ich heute morgen dank Frische Brise (das ist der beste 12. der Welt! Herzlichen Glückwunsch!) schon früh (nicht früh genug für ein erstes Kaffeefoto) dran gedacht habe, mache ich heute doch mal wieder mit. Zwischendrin sah es eng aus, weil ich vor allem Fotos von meinen Stiefeln vor verschiedenem Hintergrund gemacht hatte. Die Stiefel sind toll, keine Frage (10cm Absatz, aber bequemer als manche flachen.), aber halt auch schon nicht 12mal.
Nun denn, los geht´s!)

Morgens im Büro angekommen, der Kollege mit dem Fensterplatz ist noch nicht da, ich nutze das für ein "Schaut mal, wie schön die Stadt im Dunkeln aussieht und leider sieht man die tolle Abrissbaustelle für das neue Hochhaus gar nicht"-Bild.

Diesen Smartphone-Transportiertrick für wenn man keine Taschen hat und alle Hände voll, weil man zB auf dem Weg zum Kaffee- und Wasserholen ist, habe ich mir mal bei den Google-Damen abgeschaut, die zu Zeiten der Migration des gesamten Firmenmailsystems auf Gmail hier rumgeschwirrt sind.

Der nicht erste Kaffee des Tages. In der ziemlich unpraktischen, aber trotzdem geliebten Legotasse. Auf der ziemlich lang schon nicht mehr aktuellen Schreibtischunterlage, aber ich benutze die eh nur zum Kritzeln und Bilder anschauen, da ist das Datum egal.


 Statt Mittagspause laufe ich in die Stadt. Trotz kein Schnee mehr und Niesel und grau mag ich den Weg am Rhein entlang.


Warten auf den Sehtest. Dazu habe ich dann morgen eine coole Geschichte.


Auf dem Heimweg besorge ich Schokoküsse deluxe als Dankeschön für die Schulfreundeltern, wo die Kinder morgen zum Mittagessen einfallen dürfen, weil ich ein "Professional Women Network Leadership Kick-off-Dingens" habe. Und eine Packung für uns.

Mehr Arbeit, mehr Kaffee, immer noch die schönen Stiefel an, keine neuen Bilder, bis daheim.

Vor dem Essen noch das alltägliche Sportprogramm. Dann bin ich echtechtecht hungrig, ich hatte mittags nur einen "Veggie-Laugenbagel mit Tofu und Avocado", der ehrlich gesagt nach matschigem Nichts geschmeckt hat.

 Deswegen gibt es Nudeln, für die Kinder mit Pesto, für mich (und später den Hübschen, wenn er vom Sport kommt) mit scharfer Kürbis-Tomatensosse, in die ich noch ein paar Cranberries geworfen habe. Geht gut.

 Als Nachtisch gibt es einen Espresso und jeder bekommt einen der "Schokoküsse". Meiner ist mit weisser Schokolade mit Erdbeercrisp, gefüllt mit Schaum und in der oberen Abteilung mit Erdbeersosse. Mjamm.

 Die Kinder duschen, ich lege Wäsche zusammen. So gestapelt, dass man sie nur noch mitnehmen und in die passenden Kisten im Regal legen muss, das ist der maximale Service, den man hier bekommt.

Die Kinder duschen immer noch, ich packe die Znüniboxen für den Folgetag. Fast identisch, nur mag einer keinen Käse, der anderen kann wegen lauter Wackelzähnen nicht gescheit Apfel essen im Moment.

 Die Kinder sind mit Duschen fertig, ich habe ein Kapitel "Doktor Proktor verhindert den Weltuntergang. Oder auch nicht ... " (Affiliatelink)vorgelesen, jetzt lesen sie beide noch und ich sitze mit Strickzeug, Tee und den Gilmore Girls auf dem Sofa.


Was sonst so im Bloggerland passiert ist, findet sich bei Caro.

Mittwoch, Januar 11, 2017

Danke, Internet!

Nachdem ich ja vorgestern ziemlich über die nicht so netten Leute aus dem Internet geschimpft habe (danke übrigens für Ihre zahlreichen unanonymen Kommentare. Ich freue mich sehr und war richtig gerührt!), hat heute hingegen das Internet oder vielmehr die grossartige @popela_, die ich ja in Wien endlich mal sogar in echt treffen konnte, für mein persönliches Highlight in einem unglaublich vollen, anstrengenden, langen Arbeitstag gesorgt. Und das kam so:
Ich hatte heute nachmittag mit einer Gruppe Kollegen (und meinem Chef) ein Meeting, in dem wir unter anderem eine Departmentstrategie und KPIs im Bereich D&I definieren sollten.* Wir waren also irgendwie wieder bei der leidigen Diskussion "Reicht "Frauenzählen" dafür wirklich?" (unter anderem schon auch, weil unsere Abteilung da schon ganz schön schwach aussehen würde). Wir sprachen also darüber, dass es durchaus noch anderen Faktoren neben dem Geschlecht gibt, die ein Team divers machen können. Weil wir ja ausserdem irgendwie eine Zahl an das Thema kleben müssen, überlegte ich also so hin und her und dann fiel mir ein, dass ich auf Twitter genau so etwas von eben @popela_ verlinkt gesehen hatte: den "Disney animated ladies census". Und weil ich ja keine richtige Hirn-Sprach-Schranke habe, habe ich mich auf einmal sagen hören: "Oh, I have a good idea, let me show you, what I saw on the internet this morning....it is exactly, what we are looking for." Und zack, schon schauten sich 5 promovierte Chemiker und eine ebensolche Chemikerin interessiert die erstaunliche (in manchen Bereichen, wie zB Herkunftsland und Haarfarbe) oder eben auch mangelhafte ("wears pants at least once") der Fokusgruppe "weibliche Disneycharaktere" an. Es mag jetzt zwar sein, dass ich meinen mit den Legosuperhelden gewonnenen Ruf der "Crazy Lady" zementiert habe, aber die verdutzten Gesichter und ehrlich gesagt auch das Ergebnis waren das wert. Wir werden das nämlich ganz ähnlich machen. Nicht ganz so pink und der Gesundheitsstatus der Eltern und der Beziehungsstatus am Ende des Films (oder überhaupt) unserer Gruppe ist nicht ganz so wichtig, aber Alter, Herkunft, Erfahrung, Ausbildung und so (mal sehen, ob ich "Sidekick" mit einbauen kann. Ich hätte gern einen. Non-human.) zusätzlich zum "Frauenzählen" geben dann doch ein gutes Bild.
Ich freue mich schon auf die Abschlusspräsentation dieser Aktionsgruppe, weil erstens bin ich der Teamlead und zweitens die offensichtliche Diversity in der Truppe und deswegen will/werde ich das präsentieren. MIT DISNEY-FRAUEN!


*Ich weiss, ich weiss, business slang. KPI = Key Performance Indicator = Kennzahl, D&I = Diversity & Inclusion